Nachrichten und Nachlese 

31.01.2012 20:04 Uhr 
Standpunkte zu den städtebaulichen Perspektiven

Autor: RCMI

Standpunkte zu den städtebaulichen Perspektiven aus Sicht des Rheydter City-Managements anlässlich des Workshops MG3.0

Aus Sicht des Rheydter City-Managements gilt es für die Zukunft die Feh­ler der Vergangenheit zu vermeiden und aus einer ver­meint­li­chen Wettbewerbssituation zwischen Mönchengladbach und Rheydt ein Miteinander zum Wohle des Ganzen zu machen. Zwar ist das Bild von den doppelten Herzen sinnbildhaft und aus­drucks­stark, im Prinzip geht es jedoch - um bei der Anatomie zu bleiben - um zwei Or­ga­ne, die ohne einander nicht überlebensfähig sind und das gan­ze System aufrechterhalten.

 

Die Fehler, die in den letzten Jahrzehnten von der Politik und der Ver­wal­tung gemacht wurden, lassen sich schwerpunktmäßig auf zwei Aspekte reduzieren:

 

Dies betrifft zum einen den Umstand, dass es wohl kaum eine an­de­re Stadt in Deutschland gibt, die auf einer derartigen Fläche so vie­le Super- und Cash & Carry Märkte aufzuweisen hat wie Mön­chen­glad­bach. Hierbei wurden insbesondere innenstadtrelevante Pro­duk­te an die Peripherie der Zentren geschoben, sodass es zwangs­läu­fig zu einem hohen Leerstand an Geschäftslokalen in­ner­halb der Zentren kam.
Für Rheydt lässt sich dies insbesondere an­hand der Supermärkte auf der Mittelstraße/Dahlener Straße und als letzte Großbaumaßnahme anhand des Real Marktes auf der Mo­ses-Stern-Straße verdeutlichen. In der Rheydter Innenstadt gibt es le­dig­lich noch einen Lebensmittelmarkt, in dem auch ältere, nicht so mobile Menschen sich mit ihrem täglichen Bedarf eindecken kön­nen.

 

Als zweiter wesentlicher Aspekt ist die Verstärkung des sozialen Woh­nungs­baus in der Vergangenheit innerhalb der Stadt zu kom­men­tie­ren. Dies führte in der Konsequenz dazu, dass ein­kom­mens­schwa­che Bürger aus dem Umland nach Mönchengladbach zogen und - da sie Anspruch auf finanzielle Unterstützung durch den Staat/die Stadt hatten - den Sozialhaushalt der Stadt in ver­mehr­tem Maße belasteten.
Hin­zu kommt, dass diese Be­völ­ke­rungs­grup­pe sich nur für preiswerte Pro­duk­te im Einzelhandel interessieren konn­te. Lo­gi­sche Kon­se­quenz war, dass immer mehr so genannte "1-Euro-Shops" er­öff­ne­ten.

 

Diese Entwicklung gilt es im Rahmen des Masterplans zu stoppen.

 

Es gilt altersgerechten Wohnraum in den Innenzentren zu schaffen, für Bürger, die auch ohne staatliche Hilfe ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Viele die­ser Bürger leben heute am Rande der Stadt, sind jedoch zukünftig, da ihre Mo­bi­li­tät nachlassen wird, auf einen citynahen, angemessenen Wohnraum an­ge­wie­sen.

 

Mit dem Standort der Hochschule in Mönchengladbach hat die Gesamtstadt ein ho­hes, unbekanntes und wenig benutztes Pfand in der Hand. Das hohe Ansehen der Hochschule, auch im internationalen Wettbewerb, muss im Rahmen des Ma­ster­plans genutzt werden.

 

Nur wenige Stu­den­ten wohnen tatsächlich in Mönchengladbach und Rheydt, viele sind Pendler. Für die Studenten muss ein geeigneter, citynaher Wohnraum auch in Form von Studentenwohnheimen ge­schaf­fen werden; die sich daraus er­ge­ben­den positiven Konsequenzen sind in Städ­ten wie Aachen und Müns­ter spürbar fest­zu­stel­len. Dies gilt sowohl für den ga­stro­no­mi­schen Bereich, wie aber auch für eine offene, junge Kultur.

 

Die Neuansiedlung von großflächigen Supermärkten und Einzelhandel gilt es zu stop­pen. Die beginnende Diskussion über die Nutzung des Post-Areals in Rheydt mit einem Supermarkt ist diesbezüglich kontraproduktiv. Das Post-Areal liegt au­ßer­halb des zentralen Einkaufskarrees in Rheydt und würde wie der Real Mark und die Supermärkte auf der Mittelstraße zu einer weiteren Abwanderung aus der In­nen­stadt hin zur Peripherie führen.
In diesem Zusammenhang ist darauf hin­zu­wei­sen, dass auch die Umwidmung von Grünflächen zu "Bauland" die Le­bens­qua­li­tät in der Stadt vermindern wird. Es geht aus Sicht des Rheydter City-Ma­na­ge­ments insbesondere auch darum, die kleinen grünen Oasen wie an der Kreu­zung Limitenstraße/Moses-Stern-Straße oder Odenkirchener Straße/Moses-Stern-Straße oder am Rheydter Marktplatz zu erhalten und auch neue anzulegen.
Sol­che Flächen, mögen sie auch klein sein, sind Orte des Verweilens und die grü­ne Lunge einer Stadt. Die­ses Postulat ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass das CI von Rheydt schon seit Jahrzehnten von Blumen und Pflanzen geprägt ist.
Diesen Aspekt gilt es bei der zukünftigen Planung im Rahmen des Ma­ster­plans zu berücksichtigen. Nur ein mit Botanik aufgelockerter Innenstadtkern mit ei­nem gut geführten Ein­zel­han­dels­sor­ti­ment lässt die Menschen gerne in der Stadt verweilen und bum­meln.

 

Es ist sinnlos, einen Konkurrenzkampf zu den Outlets in Roermond oder zur Kö in Düsseldorf aufzunehmen. Stattdessen sollte ein CI für die Gesamtstadt er­ar­bei­tet werden, das nach außen eine positive, neugierig machende Ausstrahlung hat.

Derzeit wird dies nur durch die Borussia verkörpert, immer nachhaltiger auch durch die Logistikzentren. Für den Lebensraum "Stadt" gibt es nichts Ver­gleich­ba­res. Dies gilt es im Rahmen des Masterplans zu ändern.